Der Swift: Sympathisch „grinsende“ Frontpartie und knackiges Heck. Fotos: Suzuki

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SUZUKI SWIFT Handlicher Japaner mit launigem Turbo-Dreizylinder  

Von unserem Redakteur
Alexander Rülke


Mit jeder Generation legen Autos im Regelfall einige Zentimeter in der Länge zu – nicht so der Swift. Denn Suzuki hat die aktuelle Auflage des weltweit millionenfach verkauften Kleinwagens sogar um einen Zentimeter geschrumpft, er misst nun sehr kompakte 3,84 Meter. Trotzdem bietet der Fünftürer im Innenraum ordentlich Platz: Sowohl auf der Rückbank als auch im Kofferraum (265 bis 947 Liter). Das liegt zum einen an der neuen technischen Plattform mit größerem Radstand, auf der der Parkplatzjäger nun steht. Zum anderen hat er zwar etwas an Höhe eingebüßt (minus 1,5 Zentimeter), dafür aber vier Zentimeter an Breite gewonnen. Das bringt nicht nur besagten Raum, sondern lässt den Kleinen auch optisch präsenter wirken. Die Preise beginnen bei 13 790 Euro.

Mit einem Lächeln
Apropos Optik: Das gesamte Auto wirkt ein bisschen verspielt. An der Front kommen markant geformte Scheinwerfer, ein sechseckiger Grill und ein „lächelnder“ unterer Lufteinlass zum Einsatz. Stärker konturierte Radkästen und eine kräftig ansteigende Seitenlinie fallen ebenso auf wie die abgerundete „Haifischflosse“ an der C-Säule. Außerdem wurden dort auch die hinteren Türgriffe untergebracht.
Die in die Seite laufenden Heckleuchten stehen nun dreidimensionaler im Raum und heben sich so deutlich vom Kofferraumdeckel ab. Über der sehr kleinen Heckscheibe thront ein Dachkantenspoiler. Suzuki hat dem Swift seine Nüchternheit aus dem Blech geschneidert. Der zwischen Celerio und Baleno angesiedelte Flitzer soll modisch orientierte junge Kunden erobern.

111 PS
Keine Frage: Der neue Swift bietet viel Fahrspaß. Vor allem dann, wenn der Einliter-Dreizylinder-Turbo mit 111 PS und 170 Newtonmeter Drehmoment unter der Haube steckt. Bauartbedingt rattert das Motörchen wie ein Rasenmäher auf Speed, bringt das Leichtgewicht (rund 950 Kilo mit Fahrer) aber mehr als ordentlich auf Trab. In 10,6 Sekunden ist mit dem handlich und knackig zu fahrenden Swift Landstraßentempo erreicht, und mit bis zu 195 Kilometer pro Stunde muss man sich auch auf der Autobahn nicht verstecken. Im besten Falle soll der Benziner als Hybrid-Version (ab 19 440 Euro) nur 4,3 Liter verbrauchen (CO2-Emission: 97 g/km) – bei den Testfahrten der Autostimme zeigte der Bordcomputer je nach Strecke und Fahrweise zwischen 5,1 und 6,6 Liter an.
Übrigens ist der Kleinwagen auch mit einer Sechsstufen-Automatik zu haben. Allerdings steigt der Normverbrauch im Vergleich zum konventionellen Handschalter um 0,4 Liter an (4,6 zu 5,0 Liter, CO2-Emissionen: 104 zu 114 g/km). Und auch der Kaufpreis klettert auf sportliche 20 140 Euro.
Das etwas grobpixelige Infotainment im Vorgänger war schon etwas in die Jahre gekommen, darum verbaut Suzuki auch beim Swift das aus Vitara und SX4 S-Cross bekannte System mit sieben Zoll großem Touchscreen sowie Smartphone-Anbindung via Apple Car Play und Android Auto. Ebenfalls neu ist die um fünf Grad zum Fahrer geneigte Mittelkonsole. Und die einstufig beheizbaren Sitze bieten viel Seitenhalt und Komfort, könnten aber eine peppigere Gestaltung vertragen.

Notbremsassistent
Auch beim Thema elektronische Helfer haben die Japaner nachgelegt und statten ihr flinkes Wiesel mit Notbremsassistent, adaptivem Tempomat, Spurhaltewarner und Fernlichtassistent aus. Keine Wunder darf man von den verbauten Kunststoffen erwarten – hier kommt großflächig Hartplastik zum Einsatz, doch das machen die meisten Konkurrenten in dieser Klasse auch nicht anders.
Optisch sehr ansprechend ist das dreispeichige Multifunktionslenkrad, das schön sportlich daherkommt und in Höhe und Weite verstellbar ist. Auch die analogen Rundinstrumente mitsamt digitalem Farbdisplay hinterlassen einen guten Eindruck.
Fazit: Mit diesem Swift ist Suzuki auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern. Einzig die sehr tiefe Ladehöhle im Kofferraum gibt Anlass zur Kritik. Vielleicht ein Fall für die erste Modellpflege.