Der 4,45 Meter lange Fünftürer steht satt auf der Straße, auch die betont großen Radkästen verleihen dem Hochbeiner ein kräftiges Aussehen. Fotos: Renault

Erfrischend anders

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RENAULT Auf Testfahrt mit dem kompakten SUV-Modell Kadjar  

Von unserem Redakteur
Alexander Schnell

Laurens van den Acker ist zwar schon 52 Jahre alt. Unter den Designern in der Branche gehört er aber mit Kollegen wie Gorden Wagener (49, Mercedes) immer noch zu den jüngeren kreativen Köpfen. Den neuen Modellen von Renault merkt man das durchaus an: Der niederländische Designchef hat den Fahrzeugen aus Frankreich einen modernen, dynamischen Anstrich gegeben. Das gilt auch für den Kadjar (ab 19 990 Euro), mit dem die Franzosen das Feld der kompakten Sports Utility Vehicles (SUVs) von hinten aufrollen. Denn Renault ist im Vergleich zur Konkurrenz spät dran, hat dafür aber ein gelungenes Auto im Programm.

Optik
 Klar, Design ist Geschmackssache. Doch man kann dem Franzosen durchaus bescheinigen, dass er eine gute Figur macht. Das liegt zum einen am auffälligen Frontgrill und den flach geschnittenen Scheinwerfern, zum anderen an der muskulösen Schulterlinie und dem schnörkellosen Heck samt horizontaler Leuchten und Dachspoiler. Der 4,45 Meter lange Fünftürer steht satt auf der Straße und hinterlässt einen „Mit dem kann man sich wirklich sehen lassen“-Eindruck.

Kofferraum
Auch die betont großen Radkästen verleihen dem Hochbeiner ein kräftiges Aussehen. Öffnet man die steile Heckklappe, lassen sich 472 Liter Gepäck im Kofferraum unterbringen. Klappt man die Rücklehnen um, entsteht eine komplett ebene Ladefläche mit nahezu 1500 Liter Volumen.
Wohlfühlatmosphäre herrscht im Innenraum. Die Sitze sind mit weichem Leder bezogen, die aufgeschäumten Oberflächen fühlen sich gut an, und silberfarbene Applikationen verleihen dem Interieur zusätzliche Wertigkeit. Das Design wirkt aufgeräumt, aber nicht langweilig. Stilvoll statt verspielt, lautet hier das Motto. Eine digitale Tempoanzeige und der berührungsempfindliche Bildschirm des neuen Multimediasystems fügen sich ebenso harmonisch ins Gesamtbild ein.
Da der Kadjar wie die meisten anderen SUVs nie mehr Gelände als vielleicht mal einen Feldweg sieht, ist er grundsätzlich mit Frontantrieb ausgerüstet. Allein der 130 PS starke Diesel aus dem Testwagen der Autostimme gibt seine Kraft bei Bedarf auch an alle vier Räder weiter. Dafür muss der Käufer dann aber auch sehr tief in die Tasche greifen – ab 34 290 Euro geht es los. Aber auch das 4x4-Modell fährt im Auto-Modus grundsätzlich als Fronttriebler – das hilft, Kraftstoff zu sparen. Erst wenn die Traktion nachlässt, werden bis zu 50 Prozent der Kraft automatisch an die Hinterachse des schicken Franzosen geleitet.
Der 1,6 Liter große Vierzylinderdiesel mit 96 kW/130 PS ist freilich kein Leistungsriese, reicht aber für alltägliche Aufgaben vollkommen aus. Und mit 320 Newtonmetern Drehmoment bereits bei 1750 Touren ist durchaus auch mal ein Zwischenspurt möglich. Unser Testverbrauch: 6,4 Liter (CO2-Ausstoß: 170 Gramm pro Kilometer). Edle Optik, luxuriöser Komfort und jede Menge aktive Sicherheit kennzeichnen das Sondermodell Kadjar Crossborder, das Renault zum Preis ab 32 690 Euro anbietet. Der Wagen rollt mit Ledersitzen und zahlreichen Assistenzsystemen zu seinem Besitzer.