Scharfe Linien ziehen sich quer durchs Blech, die Limousine von Mazda steht satt auf der Straße. Fotos: Mazda

Gegen die Spießigkeit

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MAZDA 3 LIMOUSINE Sportliche Optik gepaart mit praktischen Eigenschaften und Dynamik  

Von unserem Redakteur
Alexander Schnell


Klassische Limousinen gelten gemeinhin als spießig und langweilig. In vielen Fällen ist das tatsächlich so. Mazda hingegen zeigt, wie es anders gehen kann: Die Limousine der 3er-Reihe (ab 21 590 Euro) ist schnittig gezeichnet. Und besitzt noch einige Qualitäten mehr, wie die Autostimme auf ihren Testfahrten festgestellt hat.
Keine Frage: So sportlich geformt wie die 4,58 Meter lange Mazda 3 Limousine ist im Segment der Golf-Klasse kaum ein anderes Fahrzeug. Scharfe Linien ziehen sich quer durchs Blech, vorne funkeln LED-Scheinwerfer, dazu ein knackiges Heck – mehr braucht es nicht für einen gelungenen Auftritt. Satt steht der Japaner auf der Straße. Ganz besonders, wenn man zur Sports-Line greift, dann ist der Frontgrill in Klavierlack-Optik und die Limousine fährt mit 18-Zöllern vor.


Fahrwerk

Die sportliche Optik ist übrigens mehr als nur eine Hülle mit nix dahinter. Denn das Fahrwerk ist durchaus von der agileren Sorte. Klar stößt der Frontantrieb mitunter an seine Grenzen, doch der Japaner geht auf Wunsch recht zackig ums Eck. Dank der neuen Fahrdynamik-Regelung G-Vectoring Control funktioniert das noch viel besser als bisher. Aber keine Sorge: Trotz der Dynamik ist das Fahrwerk dennoch sehr komfortabel, lange Strecken auf der Autobahn spult man an Bord genau so gerne ab wie den Ausflug über kurvige Landstraßen.
Doch die stattliche Limousine, die von den Abmessungen her fast schon das Format der Klasse sprengt, bringt auch viele praktische Eigenschaften mit. Denn der Mazda bietet Platz in allen Richtungen. Was auch insbesondere für die zweite Reihe gilt – großen Anteil daran hat der üppig bemessene Radstand von 2,70 Metern. Selbst größere Personen können sich im Fond nicht über mangelnde Kopf- und Beinfreiheit beklagen. In den Kofferraum passen 419 Liter. Dank der breiten Öffnung des Gepäckabteils ist es möglich, drei handelsübliche Koffer nebeneinander zu verstauen.


Cockpit

Dazu kommt eine Vielzahl praktischer Ablagen im Innenraum. Apropos. Der wurde im Vergleich zum Vorgänger einmal komplett überholt und stark modernisiert. Einerseits wirkt die Gestaltung rundum zeitgemäß, andererseits sind auch die verwendeten Materialien deutlich besser als früher. Das Cockpit ist sehr übersichtlich gestaltet, in der Mitte thront auf dem Armaturenbrett ein sieben Zoll großer Bildschirm. Der lässt sich im Stand mit direkten Berührungen bedienen, während der Fahrt per Sprachsteuerung oder dem Dreh-Drück-Steller zwischen den beiden Sitzen.


Assistenzsysteme

Zum neuen Modelljahr nochmal aufgerüstet hat Mazda die elektronischen Helfer an Bord. Zahlreiche Funktionen haben die Ingenieure verbessert, gänzlich neu ist zum Beispiel eine Ausparkhilfe. Ebenfalls erhältlich sind nun eine elektrische Handbremse, ein beheizbares Lenkrad und ein überarbeitetes Head-up-Display.
Für den Antrieb der Mazda 3 Limousine steht ein überschaubares Angebot zur Wahl, insgesamt drei Motoren: ein Benziner (88 kW/120 PS) und zwei Diesel mit 77 kW/105 PS oder 110 kW/150 PS Leistung. Mit dem stärkeren der beiden Selbstzünder (ab 27 590 Euro) ist das Team der Autostimme zu ihren Testfahrten gestartet. Der 2,2 Liter große Vierzylinder passt gut zu dem Wagen, er stemmt bereits bei 1800 Touren satte 380 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. In acht Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 213 km/h. Durchzug und Beschleunigung sind mehr als ausreichend. Das Aggregat hält sich zudem akustisch angenehm zurück und ist an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelt. Im Testbetrieb genehmigte sich der Diesel im Schnitt 6,4 Liter pro 100 Kilometer, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 170 Gramm pro gefahrenem Kilometer.

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