Die stark abfallende Dachlinie ist ein optisches Markenzeichen des XF. Auch der runde Drehknopf für die Automatik (links unten) ist ein Alleinstellungsmerkmal. Fotos: Jaguar

Geschmeidiges (Raub-)Kätzchen

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JAGUAR Unterwegs in der britischen Business-Limousine mit 240-PS-Diesel und Heckantrieb

Von unserem Redakteur
Alexander Rülke

Mit dem XF tritt Jaguar gegen deutsche Wettbewerber wie 5er BMW, Audi A6 und die E-Klasse von Mercedes an. Schön, dass der britische Autobauer seiner Limousine nicht nur eine unverwechselbare Note ins Blech geschneidert hat, sondern sich auch sonst noch zutraut, etwas anders zu machen als andere.

Achtgang-Automatik
Beispiel Achtgang-Automatik: Bei Jaguar werden die Fahrstufen nicht über einen Hebel, sondern via Drehschalter eingelegt. Dieser hebt und senkt sich sanft, wenn man den Motor startet beziehungsweise ausschaltet. Beispiel Bordmonitor: Sicher gibt es größere und auch besser im Sichtfeld liegende Displays, doch kaum eines ist so harmonisch in den Armaturenträger eingebettet wie im XF. Das hat Stil. Beispiel Armaturenträger: Knöpfe und Schalter hat der Autobauer auf ein absolutes Minimum reduziert.

Edles Interieur
Und was hat der XF sonst noch zu bieten? Auf jeden Fall eine klassengerechte, hochwertige Anmutung. Echtes Holz, echtes Aluminium, echtes Leder – schon nach wenigen Sekunden fühlt man sich gut aufgehoben in dieser geschmackssicheren, sorgfältig zusammengebauten Umgebung. Als Fahrer kuschelt man sich in den wohlduftenden Sitz, blickt auf fein gezeichnete Skalen und spielt mit dem weit verstellbaren Multifunktionslenkrad.

Knapper Fond
In punkto Raumangebot fällt auf, dass es vorne luftig, hinten aber gerade noch erträglich zugeht. Großen Menschen sollte man die Rückbank also besser nur auf kurzen Strecken zumuten. Ins Gepäckabteil der immerhin 4,95 Meter langen Business-Limousine passen ordentliche 540 Liter, mit Reserverad sind es noch 505, mit umgeklappter Rücksitzbank 885 Liter.

Viele Motoren
Jaguar bietet für den XF eine große Bandbreite an Motoren an. Benziner mit 200, 250, 300 und 380 PS stehen zur Wahl, die Dieselaggregate kommen auf 163, 180, 240 und 300 PS. Alle Motoren verfügen entweder über vier oder sechs Zylinder, einen V8 hat der Hersteller aktuell nicht mehr im Programm.
Das Team der Autostimme war mit dem Modell namens XF 25d unterwegs. Dahinter verbirgt sich ein doppelt aufgeladener Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum, der 240 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt. Damit ist die rund 1,7 Tonnen schwere Raubkatze bestens motorisiert: In 6,5 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, maximal sind 246 km/h möglich. Und der Normverbrauch des Euro-6-Diesels beträgt nur 5,3 Liter (CO2-Emission: 139 Gramm pro Kilometer). Unter realistischen Bedingungen mit Stadtanteil, Landstraße und Autobahnkilometern ermittelte der Bordcomputer einen Verbrauchswert von 7,5 Litern (199 g/km).

Allrad verfügbar
Die Kraftübertragung erfolgt über die Hinterräder, alternativ ist diese Leistungsstufe auch als 25d AWD mit Allradantrieb zu haben. Gewicht und Verbrauch steigen damit minimal an, Traktion und Fahrsicherheit aber eben auch. Da wir mit dem Wagen auch auf rutschigen, schneematschigen Straßen unterwegs waren, hätten wir uns beim Spurwechsel schon das ein oder andere Mal einen Vierradantrieb gewünscht.
Das XF-Einstiegsmodell mit 163-PS-Diesel, Sechsgang-Handschalter und Heckantrieb kostet ab 41 460 Euro, die Topversion mit V6-Kompressor-Benziner (380 PS), Automatik und Allrad ab 71 160 Euro. Der von der Autostimme gefahrene Diesel ist ab 49 360 Euro zu haben, allerdings lässt sich diese Zahl dank der umfangreichen Aufpreisliste noch kräftig in die Höhe treiben.
In diesem Punkt unterscheidet sich der britische XF dann eben doch nicht von seinen deutschen Wettbewerbern.

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