Die Kombiversion des Fabia ist 26 Zentimeter länger als der normale Fünftürer. Fotos: Skoda

Klare Kante, flotte Schräge, sparsamer Diesel

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SKODA Der Fabia Combi im Alltagstest – Mehr Gepäckraum als der gleichlange Golf  

Von Immanuel Schneeberger

Kleinwagen-Kombis sind rar geworden: Neben dem Skoda Fabia gibt es bei uns nur noch den Renault Clio mit dem praktischen Heckabschluss. Im Test zeigte sich der kompakte Tscheche sogar kleineren Umzugsaufgaben gewachsen.

Langes Heck
Bis hinter die Vordertüren unterscheidet sich der Fabia-Kombi, den Skoda schick mit großem C schreibt, nicht von der fünftürigen Schräghecklimousine. Klare Kante zeigt die Flanke auch beim 26 Zentimeter längeren Combi. Bei unverändertem Radstand kommt die Streckung ausschließlich dem hinteren Überhang und damit dem Laderaum zu Gute. Durch die leicht schräg gestellte Heckscheibe fällt der längere Anhang aber kaum auf.
Die zweifellos flotte Schräge hat ihren Preis. Gegenüber dem etwas steileren Vorgängermodell passen bei umgelegter Rückbank und dachhoher Beladung jetzt 65 Liter weniger rein. Doch auch die verbliebenen 1395 Liter sind für einen gestreckten Kleinwagen mehr als ordentlich, zumal die 1,50 Meter lange und mindestens 96 Zentimeter breite Ladefläche dank eines höhenverstellbaren Bodens eben ist. Allerdings fällt die Klappmechanik der Rücksitzlehne kompliziert aus: Vor dem Umlegen müssen die Sitzflächen nach vorn geklappt werden. Mit aufgestellten hinteren Sitzen passen 530 Liter Gepäck unter die Abdeckung. Auch schwere Gegenstände lassen sich dank einer nur 61 Zentimeter hohen Ladekante gut verstauen – und an massiven Stahlösen sicher verzurren.
Im Fond finden zwei erwachsene Mitfahrer luftige Raumverhältnisse vor, das große Panoramadach der Ausstattung Monte Carlo spannt sich auch über ihre Köpfe. Weil das Glasdach aber recht lang ist, lässt sich das von Hand zu bedienende, zweigeteilte Sonnenrollo von den vorderen Sitzen aus nicht vollständig öffnen und schließen, weshalb man an heißen Tagen die Klimatisierung früh einschalten muss. Zur Monte-Carlo-Ausstattung gehören zweifarbige Vordersitze mit integrierten Kopfstützen, die Unterstützung im unteren Rückenbereich vermissen lassen. Skoda-typisch gelingt die Bedienung aller Schalter und Knöpfe auf Anhieb.

Unterwegs
Das gilt auch für das Fünfgang-Schaltgetriebe und die Lenkung. Die Gänge rasten ohne Tadel ein – um den drehmomentstarken Dreizylinder-Dieselmotor abzuwürgen, muss man es schon darauf anlegen oder grobmotorisch veranlagt sein. So wie der Motor selbst: Zwar zieht er den Fabia mit 77 kW/105 PS kraftvoll voran, nagelt aber dabei vor allem nach dem Kaltstart etwas. Bereits ab 1500 Touren geht es angenehm flüssig vorwärts, der fünfte Gang kann trotz langer Auslegung bereits ab Tempo 70 eingelegt werden. Die großen Drehzahlsprünge beim Schalten könnten durch ein Sechsgang-Getriebe entschärft werden. Gegen vergleichsweise günstige 290 Euro Aufpreis gibt es einen vorbildlich regelnden Abstandstempomaten bis Tempo 160. In Verbindung mit dem komfortablen Fahrwerk lädt der Kombi zu Sparfahrten mit Verbrauchswerten von unter fünf Litern ein.

Kosten
Den Fabia Combi mit Einliter-Dreizylinder-Benziner und 55 kW/75 PS gibt es zu Preisen ab 13 450 Euro – ein bescheidener Aufschlag von 600 Euro gegenüber dem kürzeren und kleineren Schrägheckmodell. Ab 16 980 Euro baut Skoda einen Dieselmotor mit 66 kW/90 PS ein, die 105-PS-Variante in bester Monte-Carlo-Ausstattung schlägt mit mindestens 22 310 Euro zu Buche. Den Testverbrauch ermittelten wir mit 5,3 Litern Diesel auf einhundert Kilometer – der Normverbrauch liegt bei glatten vier Litern, was 106 Gramm CO2 je Kilometer entspricht.

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