Auf Wunsch ist der Stonic auch mit einer auffälligen Zweifarblackierung zu haben. Fotos: Kia

Moderner Stadtflitzer

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KIA STONIC Koreanischer Kleinwagen im kernigen Offroad-Look  

Von unserem Redakteur
Alexander Rülke


Lange Zeit sah es so aus, als hätten die Autobauer nur Großes im Sinn. Zumindest schien dies das Motto bei den Geländewagen, neudeutsch Sports Utility Vehicles (SUVs), zu sein. Kompakte, handliche Modelle waren Mangelware. Doch zum Glück haben die Hersteller erkannt, dass im Stadtverkehr und auf Landstraßen eigentlich niemand ein größeres Auto braucht. Ergebnis: Momentan folgt eine Neuvorstellung auf die nächste. Seat Arona, VW T-Roc, Hyundai Kona – und Kia Stonic. Mit einer Länge von 4,14 Metern ist der technisch auf dem Kleinwagen Rio basierende Fünftürer wie gemacht für Parkhäuser und Supermarktparkplätze. Aktuell reicht die Preisspanne von 15 790 Euro bis 25 590 Euro. Die Autostimme hat sich den Koreaner im Test bereits genauer angeschaut.

Farben fürs Dach
Die Optik: bullig. An der Front gibt es den markentypischen flachen Grill, Kia nennt das die Tigernase. 17 Zoll große Räder füllen die üppigen und kunststoffbeplankten Radkästen aus. Breite C-Säule, horizontale Leuchten und ein angedeuteter Unterfahrschutz sorgen für eine knackige Heckpartie.
Da es im Segment der City-SUVs zum guten (Farb-)Ton zu gehören scheint, wird auch der Stonic mit neun Außenfarben und fünf verschiedenen Dachlackierungen angeboten. „Damit sind 20 Farbkombinationen fürs Exterieur möglich“, sagt Produktmanager Ivan Batard. Auch für den Innenraum gibt es vier Farbpakete. Aber Vorsicht: Privatkunden, die ihr Auto lange fahren wollen, sollten sich genau überlegen, ob sie zu einer modischen Kombination oder doch eher zu einem gediegenen (und damit zeitloseren) Tonmix greifen.

Relativ geräumig
Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet der kleine Asiate viel Platz im Inneren. Selbst 1,95-Meter-Fahrer finden hinter dem vielfach einstellbaren Multifunktionslenkrad eine passende Sitzposition. Wird der Stonic vorne von zwei Durchschnittseuropäern genutzt, taugt auch die Hinterbank für eine längere Tour – allerdings nur für zwei Personen, ein Fünfsitzer ist der Stonic definitiv nicht.
Ins Gepäckabteil passt ein Volumen von 352 bis 1155 Liter. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60 zu 40 umlegen und sorgt für eine Ladefläche mit minimaler Steigung. Im Alltag dürfte dies kaum zu Einschränkungen führen. Sehr schön ist, dass sich zwischen den Vordersitzen eine USB-Buchse befindet, die beispielsweise zum Laden des Smartphones genutzt werden kann.
Apropos Smartphone: Jeder Stonic kommt serienmäßig mit einem Infotainmentsystem, das über ein halb frei stehendes, berührungsempfindliches Sieben-Zoll-Display gesteuert wird und sich via Apple Car Play und Android Auto mit internetfähigen Mobiltelefonen verbinden lässt. Ebenfalls an Bord sind Bluetooth, Klimaanlage und Start-Stop-System. Wer mehr möchte, bekommt mehr: Gegen Aufpreis beziehungsweise in den höheren Ausstattungslinien (Edition 7, Vision, Spirit, Platinum Edition) bieten die Koreaner zum Beispiel elektronische Helfer wie Totwinkelwarner, Spurhalte- und Fernlichtassistent an. Auch eine Geschwindigkeitsregelanlage und ein Notbremsassistent, der im Fall der Fälle das Schlimmste verhindern soll, sind verfügbar. Sitz- und Lenkradheizung sowie eine Rückfahrkamera bieten zusätzlichen Komfort.
Da der Stonic wildes Terrain eher selten sehen wird, hat Kia darauf verzichtet, den Neuling mit Allradtechnik anzubieten – Frontantrieb muss reichen. In Fahrt gebracht wird der Konkurrent von Modellen wie dem Mazda CX-3 oder Renault Captur von insgesamt vier Motoren.