Vor der Ausfahrt: (von links) Karsten Blum (Museum) mit den Lesern Werner Eigenmann und Rolf Friedrich sowie Elisa Brummeissl (Museum). Fotos: Dennis Mugler

Eintauchen in die Geschichte der Zwei- und Vierräder

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AKTION Leser zu Gast im Deutschen Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm – Ausfahrt mit dem legendären NSU Ro 80

Von unserem Redakteur
Alexander Schnell

Schon lange wollte er sich mal die Ausstellung anschauen, aber irgendwie ist es nie zustande gekommen. „Um so schöner ist es jetzt, dass es mit der Heilbronner Stimme im Rahmen des Lesersommers geklappt hat“, sagt Werner Eigenmann aus Sulzfeld. Zusammen mit Rolf Friedrich aus Lauffen erlebt er eine exklusive Führung durchs Deutsche Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm.
Mehr als 350 Exponate lassen im ehemaligen Schloss des Deutschordens Geschichte lebendig werden. „1956 eröffnete hier in Neckarsulm das erste Motorradmuseum Deutschlands. Am Produktionsstandort des ehemaligen Weltmarktführers NSU wollte man bereits damals dem Motorrad ein Denkmal setzen“, erklärt Karsten Blum. Der technische Leiter führt kurzweilig durch die verschiedenen Etagen, zu jedem Ausstellungsstück weiß er eine Anekdote zu erzählen. Apropos: Nicht nur das erste Serienmotorrad der Welt von Hildebrand & Wolfmüller aus dem Jahr 1894 sorgt für staunende Blicke, sondern die Geschichte(n), die dahinter stecken. „Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Drais auf einer Laufmaschine, der Draisine, durch Mannheim. Die Laufmaschine gilt als die Urform des Fahrrads“, erzählt Karsten Blum. „Nun wird das Fahrrad 200 Jahre alt und legte auch den Grundstein fürs motorisierte Fahren.“
Besonders angetan sind die beiden Leser vom NSU-Teil im Untergeschoss. Die weltweit größte NSU-Sammlung beginnt mit den ersten Hochrädern, zeigt das legendäre „Pfeil“-Rad und streift dann die gesamte Motorradentwicklung. „Den Namen Quickly kennt man heute noch fast überall auf der Welt“, sagt Karsten Blum. NSU war in den 1950er-Jahren der größte Motorradhersteller der Welt. Die Erfolgsschlager wie Lambretta, Max und Fox sind in der Ausstellung entsprechend präsentiert. „Mein Vater ist eine Max gefahren“, erinnert sich Werner Eigenmann. „Und mit dem NSU Prinz habe ich meinen Führerschein gemacht. Das war in dem kleinen Wagen gar nicht so einfach wegen meiner Körpergröße.“ Und auch Rolf Friedrich kennt NSU genauer – schließlich hat er dort einst drei Jahre lang eine Ausbildung zum Mechaniker gemacht.

Spritztour
Höhepunkte der Ausstellung sind der NSU Spider und der NSU Ro 80, beide ausgerüstet mit dem legendären Wankelmotor. „Der Ro 80 sieht bis heute zeitlos und elegant aus“, sagt Friedrich. Als Überraschung dürfen Werner Eigenmann und Rolf Friedrich Platz nehmen in einem Exemplar, das sich im Besitz des Museums befindet. Passendes Kennzeichen: HN – RO 80H. Mit Karsten Blum am Steuer geht es auf eine kleine Spritztour durch die Region, hoch in die Löwensteiner Berge und übers Brettachtal zurück nach Neckarsulm. „Eindrucksvoller geht es nicht“, sagt Eigenmann. „Hier war ich bestimmt nicht zum letzten Mal.“

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