Audi A8: Neues Flaggschiff aus Neckarsulm
03.02.10
Neckarsulm - Wir sind nicht mehr in der Rolle des Jägers", sagt Audi-Chef Rupert Stadler. "Jetzt sind wir die Gejagten." Obwohl BMW und Mercedes beim Absatz noch knapp vorne liegen, hat Audi seine direkten Wettbewerber in verschiedenen Segmenten und Märkten bereits ein- oder sogar überholt. 2010 läuft die Modelloffensive der Marke mit den vier Ringen ungebremst weiter - sowohl ganz unten mit dem neuen Basismodell A1 als auch ganz oben mit der dritten Generation des A8 aus Neckarsulm.Wenn das Flaggschiff Ende März zu den Händlern rollt, räumt Audi mit dem Vorurteil auf, dass Limousinen der Oberklasse schwerfällige Spritschlucker sind. Bester Beweis ist der A8 3,0 TDI mit 204 PS und Frontantrieb, der im Schnitt mit sechs Litern Diesel auskommen soll. Leider lässt die Sparversion noch bis zum Herbst auf sich warten, auch einen Preis nennt Audi bislang nicht. Die beiden V8-Modelle leisten als Benziner (372 PS, 9,5 Liter Verbrauch, 89.300 Euro) und Diesel (350 PS, 7,6 Liter, 90.800 Euro) mehr als in der Vorgänger-Generation, haben aber bis zu 22 Prozent weniger Durst. Beste, zumal völlig ausreichende Wahl für den A8 ist der ab dem dritten Quartal erhältliche 3,0 TDI quattro (ab 72.200 Euro). Der Selbstzünder hat 250 PS, ist sehr laufruhig und genehmigt sich im Schnitt 6,6 Liter Diesel.
Achtstufen-Automatik
Ihren Beitrag zu den Verbrauchssenkungen liefert unter anderem die neue Achtstufen-Automatik. Den Löwenanteil steuert aber die Aluminiumkarosserie bei. Leichtbau wiegt schwer bei Audi, denn Ökologie und Fahrspaß - das passt oft nicht zusammen. "Audis Leichtbau-Kompetenz am Standort Neckarsulm löst diesen Konflikt", sagt Werkleiter Albrecht Reimold. Die Alukarosserie des A8 wiegt 231 Kilo. "In Stahlbauweise wäre sie 40 bis 50 Prozent schwerer", rechnet Audi-Chef Stadler vor.
Zwei Gesichter
Die Karosserie bringt aber auch Vorteile fürs Fahrverhalten. Ihre hohe Steifigkeit sorgt im Zusammenspiel mit dem Allradantrieb quattro und dem ausgeklügelten Fahrwerk für hohe Stabilität. Limousinen der Luxusklasse werden oft als Sänften bezeichnet. Auf langen Strecken schweben die Passagiere wie auf Wolken und genießen den hohen Komfort. Auf Wunsch aber zeigt der A8 sein zweites Gesicht und lässt sich für ein Auto der Fünf-Meter-Klasse überraschend leichtfüßig selbst durch enge Biegungen zirkeln. Für ein Plus an Sicherheit sorgen die Assistenzsysteme. So hält der neue A8 per Knopfdruck automatisch den Abstand zum Vordermann. Der Nachtsichtassistent erkennt im Dunkeln Fußgänger und warnt den Fahrer. Selbst Verkehrszeichen liest die Limousine selbstständig.
In Neckarsulm laufen täglich 50 neue Fahrzeuge vom Band. Die Voll-LED-Scheinwerfer mit Leuchtenband sollen den Neuen auf Anhieb als A8 ausmachen. Mit 5,14 Metern Länge überragt er den Vorgänger um fast acht Zentimeter, der Radstand hat auf fast drei Meter zugelegt. Ergebnis ist mehr Beinfreiheit für Passagiere im Fond. Dank der coupéartigen Seitenlinie wirkt der A8 kompakter als er wirklich ist.
Innenraum
Besonders stolz sind die Audianer auf den Innenraum. Das dürfen sie auch sein, denn Rupert Stadlers Versprechen, "Verarbeitung auf Manufakturniveau" zu bieten, ist gelungen. Feinste Ledersorten und handverarbeitete Hölzer versprühen dezenten Luxus. Fahrgeräusche sind kaum vernehmbar, selbst bei höheren Geschwindigkeiten nicht. Auf die Ohren gibt es aber trotzdem etwas - dank der aufpreispflichtigen Soundanlage von Bang & Olufsen mit 1460 Watt Leistung. Weiterentwickelt hat Audi das Bediensystem MMI mit ausfahrbarem Acht-Zoll-Monitor. Über ein Touchpad lassen sich Navigationsziele und Telefonnummern bequem und einfach mit dem Finger eingeben.
