Gerüstet für Notfälle- Pannenkurs für Frauen mit vielen hilfreichen Tricks
08.10.09
Von Julie Dutkowski „Endlich habe ich mal mein neues Auto richtig kennen gelernt“, sagt Marga Hagner und lacht. Die Bad Rappenauerin ist eine der Gewinnerinnen der beiden Pannenkurse für Frauen, ausgelobt von der Auto-Stimme und dem Tüv Süd. Die Fahrzeuge der Frauen stehen in der Werkstatt, wo ihnen die beiden Tüv-Sachverständigen Michael Fechtel und Bern Most zeigen, was bei einer Panne zu tun ist. „Im Notfall sollte man wissen, wie man den Ölstand checkt“, erklärt Fechtel. Doch bevor die Damen zum praktischen Teil übergehen, erklärt ihnen Tobias Münch im theoretischen Teil alles rund um die Grundausrüstung eines Fahrzeugs, was nach einem Unfall zu tun ist und wie man das Kühlwasser kontrolliert. „Das Kühlsystem sollte nie geöffnet werden, wenn man gerade mit dem Auto gefahren ist“, warnt Münch die Zuhörerinnen. Da das Kühlsystem unter Druck steht, bestehe Verbrühungsgefahr. Im praktischen Teil wird es dann richtig schweißtreibend für die sieben Teilnehmerinnen. Besonders beim Reifenwechsel. Die Schrauben lassen sich nur schwer öffnen, doch Michael Fechtel hat eine Lösung: „Mit dem ganzen Gewicht auf den Schlüssel stellen.“ Gesagt, getan: Christa Hasenfratz steht auf dem großen Schraubenschlüssel und „knack“, lockert sich die erste Schraube. „Man kriegt schon ein Gefühl für sein Auto“, sagt die Fleinerin. Pia Schmid wirkt souverän. „Das ist kein Neuland für mich. Ich wechsle zweimal im Jahr die Sommer- und Winterreifen“, sagt die 20-Jährige. Charlotte Steiner dagegen ist beim Reifenwechseln erst etwas zaghaft: „Ich dachte noch, ich mache was kaputt.“ Die 62-Jährige steht auf dem Schlüssel, als sich die Schraube lockert. „Jetzt muss ich nicht mehr in die Werkstatt gehen, jetzt kann ich selbst Reifen wechseln“, freut sie sich und lacht. Die Frauen lernen in der Werkstatt auch, wie sie ihr Auto überbrücken, sollte einmal die Batterie leer sein. „Plus zu plus“, erläutert Tüv-Experte Fechtel. Auch das Abschleppen bedarf der Einhaltung strikter Regeln. Neben dem obligatorischen Warnblinklicht lernen die Teilnehmerinnen, dass das Seil immer gespannt sein muss, besser als ein Seil sei eine Stange. Ganz wichtig sei, erklärt Tobias Münch, dass beim Abschleppen die Servolenkung und die Bremskraftverstärkung deaktiviert sind. Abschleppen Doch wo ist der Abschlepphaken? Manche finden ihn sofort vorne unter dem Auto. Bei anderen versteckt er sich hinter einer Klappe. „Mit langen Fingernägeln würde das nicht funktionieren“, sagt Christa Hasenfratz und lacht. Als sie die Klappe aufhat, kann die Fleinerin noch immer keinen Haken entdecken. Im Kofferraum wird sie dann schließlich fündig. Den Haken muss sie erst noch anschrauben. Christa Hasenfratz fühlt sich nach dem Kurs mit den vielen nützlichen Tipps für den Notfall gerüstet. Ihr nächstes Ziel sei, so die Fleinerin, den Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen. „Das wäre mal wieder höchste Zeit“, sagt sie hochmotiviert.