Führerscheinkosten
Die Frage, was ein Führerschein wirklich kostet lässt sich nicht einfach beantworten. Der Grund ist, dass es regionale Unterschiede gibt - es gibt keine einheitliche Gebührenordnung. Auch unterscheiden sich die Anforderungen je nachdem, wo die Ausbildung stattfindet. (Stadt oder Land) Und: Letztendlich liegt es an jedem einzelnen Schüler selbst, wie schnell die Ausbildung absolviert werden kann.
Entscheidend ist der Gesamtpreis. Der ergibt sich aus der Addition fixer Kosten, z.B. für Lehrmaterial sowie zum Teil flexibler Kosten wie Fahrstunden. Derzeit müssen Fahrschüler für 45 Minuten fahrpraktischen Unterricht durchschnittlich etwa 35 Euro entrichten.
Mit allen Anmelde-, Unterrichts- und Prüfungsgebühren sowie den Kosten für Lernmittel und Sehtest, müssen in einen Führerschein der Klasse B (Pkw) heute etwa zwischen 1.300 und 1.700 Euro investiert werden. Die Zahl der erforderlichen Fahrstunden schwankt erfahrungsgemäß zwischen 20 und 30.
Vor Ausbildungsbeginn sollten alle Konditionen schriftlich, d.h. verbindlich festgelegt werden. In den Preisen der Fahrschule muss die Mehrwertsteuer enthalten sein. Nicht täuschen lassen: Der Niedrig-Preis für eine Fahrstunde gibt noch keine Auskunft darüber, wie teuer der Führerschein am Ende wird. Riskant sind "schnelle" Fahrschulen, die ihre Fahrschüler zu früh in die Prüfung schicken. Folge: Alles verpatzt und durchgefallen. Beim nächsten Anlauf kassiert die Fahrschule erneut die Vorstellungsgebühr und lässt sich auch die zusätzlich notwendigen Fahrstunden teuer bezahlen.
Preise auf dem Prüfstand (Fahrerlaubnisklasse B, Pkw)
Fahrschulen in Großstädten sind im Unterschied zu Fahrschulen in ländlichen Gebieten in der Regel etwas preisgünstiger - andererseits neigen städtische Fahrschulen dazu, ihren Schülern mehr Fahrstunden zu verordnen.
Grundgebühr (Durchschnittspreise)
50-300 Euro
In diesen Preisen enthalten sind die Kosten für den theoretischen Unterricht, z.B. zwölf Doppelstunden (2 x 45 Min.) sowie allgemeine Verwaltungskosten der Fahrschule.
Lehrmaterial (Durchschnittspreise)
30-60 Euro
Fahrstunden à 45 Min. (Durchschnittspreise)
35 Euro
Hier sollten 20 bis 30 Fahrstunden einkalkuliert werden.
Sonderfahrten à 45 Min. (Durchschnittspreise)
20-45 Euro
Vorgeschrieben sind drei Nachtfahrten, fünf Überlandfahrten und vier Autobahnfahrten.
Hinzu kommen unterschiedliche Kosten für Gebühren der Verkehrsbehörde (bis ca. 100 Euro), Erste-Hilfe-Kurs (ca. 20 Euro) und für einen Sehtest (rund 6 Euro).
Der TÜV (theoretische und praktische Prüfung) kostet bis zu 140 Euro.
Diese Durchschnittspreise bieten nur einen allgemeinen Anhaltspunkt; die tatsächlichen Preise können weit darüber oder darunter liegen. Da es keine einheitliche Gebührenordnung gibt, können Deutschlands Fahrschulen ihre Preise am Markt selbst bestimmen. Nur Behörden und Prüforganisationen müssen sich an festgelegte Gebührensätze halten.
