Polizeikontrollen
Polizeikontrollen sind unangenehm, aber jeder Bürger muss darauf vorbereitet sein. Wer sich ruhig und kooperativ verhält, entspannt die Situation.
Das Gewissen ist rein, die Weste blütenweiß - und dennoch, fast jedem Autofahrer treten Schweißperlen auf die Stirn, wenn eine Polizeistreife die Weiterfahrt stoppt. Warum gerade ich ? Diese Frage stellt sich der Wagenlenker, der sich keines Vergehens schuldig fühlt.
Doch ein Regelverstoß muss gar nicht vorliegen, die Beamten in Uniform sind befugt, auch ohne Verdacht ein Fahrzeug anzuhalten und zu kontrollieren. Mulmig ist es nicht nur dem Angehaltenen zumute: selbst erfahrene Ordnungshüter fühlen sich bei solchen Überprüfungen nicht ganz wohl in ihrer - oftmals ungeschützten - Haut. Gerade in den vergangenen Monaten mussten viele Kollegen bei diesem scheinbaren Routinejob ihr Leben lassen, weil ein gewaltbereiter Mensch hinterm Steuer blindlings zur Waffe griff. Als Folge achteten die Polizeibeamte stärker auf ihren Selbstschutz, und dieses Auftreten verunsicherte wiederum die kontrollierten Fahrer.
"Wir müssen eine Brücke zwischen Polizei und Bürger bauen", war Volker Paul entschlossen. Den Mannheimer Polizei-Ausbilder bewegten bei diesem Entschluss auch private Motive - er verlor seinen Sohn, der als Polizist im Einsatz getötet wurde. Mit seinen Kollegen von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Thomas Mohr und Rüdiger Seidenspinner, entwickelte er eine Broschüre, die bundesweit Beachtung fand. Sie ist gegen Zusendung eines frankierten Rückumschlages bei der GdP-Kreisgruppe Mannheim, B 6, 4-5 in 68159 Mannheim kostenlos zu beziehen.
Die Aufgabe der Polizei ist es in erster Linie, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen. Dazu gehören auch gelegentliche Kontrollen. Jeden kann es erwischen, und niemanden sollte das peinlich sein. Wer als Verkehrsteilnehmer zum Anhalten aufgefordert wird, muss dieser Anweisung in jedem Falle Folge leisten. Fahrer, die das Haltesignal missachten, können eine Strafe von 100 DM Bußgeld und drei Punkten aufgebrummt bekommen. Der Kontrollierte soll im Auto sitzen bleiben und warten, bis die Beamten herankommen. Ein Polizist nimmt auf der Beifahrerseite des Wagens seine Position ein - er übernimmt den Schutz für seinen Kollegen. Also kein Grund für Autofahrer, deswegen in einen panikartigen Zustand zu verfallen. Dem anderen Ordnungshüter sind nach dessen Aufforderung Fahrzeugpapiere und Führerschein auszuhändigen. Dies sollte ohne hektische und schnelle Bewegungen erfolgen. Sind die Papiere im Handschuhfach verstaut, sollten der Fahrer den Polizisten freundlich darauf hinweisen.
Der Polizist vergleicht anschließend Kfz-Kennzeichen mit den Papieren und startet eine telefonische Abfrage im Streifenwagen. Diese Prozedur kann der überprüfte Wagenlenker in aller Ruhe im Fahrzeug sitzend abwarten. Die Überprüfung der Personalien wird nicht länger als nötig dauern. Auch wer in Eile ist, sollte ruhig abwarten und freundlich sowie kooperativ mit den Polizisten umgehen.
Verhalten bei Verkehrskontrollen
- Halten Sie Ihr Fahrzeug langsam und gefahrlos am rechten Fahrbahnrand an.
- Sichern Sie Ihr Auto gegen Wegrollen und schalten Sie den Motor ab, das Radio gegebenenfalls aus. Bei Dunkelheit schalten Sie die Innenbeleuchtung an.
- Bleiben Sie ruhig im Fahrzeug sitzen und lassen Sie die Hände sichtbar und am besten auf dem Lenkrad liegen.
- Folgen Sie unbedingt den Anweisungen des kontrollierenden Polizeibeamten.
- Greifen Sie nicht ohne Aufforderung ins Handschuhfach, in die Jackentasche oder unter den Sitz.
- Steigen Sie nicht unaufgefordert aus dem Auto aus.
- Laufen Sie nicht ohne Anweisung vom Fahrzeug weg.
Verhalten bei Personenkontrollen
- Atmen Sie ruhig durch um zu entspannen.
- Bleiben Sie ruhig stehen und verhalten Sie sich ganz natürlich.
- Sprechen Sie mit der Polizei über Ihre Gefühle, etwa wenn sie unsicher, angespannt oder ängstlich sind.
- Fragen Sie die Beamten, wenn sie nicht wissen, wie sie sich jetzt verhalten sollen.
- Reagieren Sie nicht unvorhersehbar, machen Sie keine hastigen Bewegungen, greifen sie nicht unaufgefordert in Jacken- oder Hosentaschen.
- Verbergen Sie Ihre Hände nicht. Zeigen Sie der Polizei ihre unbewaffneten Hände.

